Gasherbrum II

Guide Expeditionsleitung Bergführer Expedition Karakorum GII Gasherbrum  Himalaya Pakistan

Donnerstag 2. August

Habe leider im Moment nur schwer die Möglichkeit, ein paar Zeilen zu schreiben. Aber alles läuft, es braucht halt seine Zeit bis wir in Islamabad sind und das Flugzeu zurück in dei Schweiz definitiv besteigen können. Wir erhielten noch eine Nachricht, dass unser Flug bis zu einem Tag verspätet sein könnte, weil man irgend etwas auf der Rollbahn zu arbeiten hat - ich habe es nicht ganz mitbekommen. Mittlerweile wissen wir aber, dass es nur ein paar Stunden sein werden. So sollten wir in der Nacht von Sonntag auf Montag Zürich erreichen. Wir konnten übrigens auch 1. August feiern. Wir haben ein kleines Barbecue veranstaltet, gemeinsam gegessen und getrunken, viel gejasst und gelacht. So können wir zum Abschluss nun doch noch zusammen ein, zwei Tage geniessen.

An dieser Stelle möchte ich mich auch einmal bei allen Kollegen, Freunden und Interessierten bedanken, welche die Berichterstattung mit Spannung und Neugierde gelesen haben. Es ist eine tolle Erfahrung, einen Berg zu besteigen. Es macht aber auch Freude, diese Erfahrung mit Interessierten zu teilen und das Erlebte weitergeben zu können. Mit den heutigen Kommunikations-Mitteln ist das ja alles möglich.

Also, Freunde, macht's gut und bis ganz bald. Hier untenstehend noch ein paar weitere Eindrücke. Zum Einen unsere Jeeps in Kande und daneben der Aufstieg zum Gondogoro-Pass, nachdem wir das Basislager verlassen hatten und uns auf den "Heimweg" machten. Ach ja, zudem noch unsere noble Unterkunft auf dem Flachdach bei Mehdi und seiner Familie...:-)

Sonntag 29. Juli

Wir sind bereits beim gemütlichen Teil angelangt. Wir haben dieser Tage Hushe erreicht. Das ist der letzte Ort, der bei Expeditionen mit dem Jeep angefahren werden kann, nun also unser erster Punkt, ab wo wir wieder Mobil unterwegs sind. Der Weg führte uns über den Baltoro-Gletscher via Vigne-Gletscher ins bekannte Ali Camp, 5100 m u. M. Den anderen Tag mussten wir wegen Schneefalls im Ali-camp mit jassen verbringen.  . Danach ging es ueber den Gondogoro-La, 5480 m u. M.  und ein unendliches aber wunderschoenes Tal in 2 Tagen bis nach Hushe. Auf dem Weg brach sich übrigens einer unser Träger noch das Bein. Auch hier mussten wir wieder ein bisschen improvisieren, um ihn sicher und auch möglichst schmerzfrei ans Ziel zu bringen. Aber auch das hat eigentlich ganz gut geklappt.

In Kande, unterhalb von Hushe,  wohnt die Familie unseres lokalen Begleiters Mehdi. Da Kari Kobler wohl der beste Auftraggeber Mehdis ist, lud er uns alle zu sich nach Hause ein. Wer sich jetzt ein Gästezimmer mit einzelnen Betten und dergleichen vorstellt, sieht sich getäuscht. Wir haben alle auf dem Flachdach auf dem Haus von Mehdi übernachtet. Zuvor haben wir aber noch ein Fest gefeiert, mit vier, extra für uns gekauften und zubereiteten Hühnern... Es wurde viel gelacht und geredet. Die Stimmung ist super unter unseren Leuten. Jeder weiss, dass er eine tolle Leistung vollbracht hat, Gipfel hin oder her. Einige von uns haben übrigens um die 10 kg Gewicht verloren... Auch ich "bi es bizji mutze cho..." - ich weiss aber nicht genau, wieviel ich verloren habe.

Morgen geht es dann mit dem Jeep weiter nach Skardu. Dort bleiben wir nochmals ein, zwei Tage und bereiten den Weitertransport nach Islamabad vor, von wo aus wir ja dann nach Hause in die Schweiz fliegen werden. Am Sonntag habt ihr mich wieder...:-)

Übrigens, wir erhielten die Nachricht, dass der schwerverletzte Japaner nun heute nach Tokyo transportiert werden kann. Er hat schwere Rückenverletzungen, musste bis jetzt im Spital versorgt werden, konnte nicht transportiert werden. Wir hoffen für ihn, dass er alles gut übersteht.

Donnerstag 26. Juli

Wir machen uns nun heute auf den Weg. Über den Gondogoro-Pass geht es Richtung Skardu. Wenn jetzt alles nach Plan verläuft (was ich annehme) haben wir sogar noch ein paar gemütliche Tage vor uns mit richtigen Betten, gutem Essen, etc. Soll ja auch ganz toll sein.

Dieses Jahr war alles anders am Gasherbrum II. Während letzte Saison über hundert Bergsteiger den Gipfel erreichten, hat in dieser Saison bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Alpinist den Aufstieg über die Südroute bewältigt. Gegen hundert sind angerannt, haben sich wieder zurückgezogen, sind wieder aufgestiegen, um schlussendlich doch vor den Schneemassen und den gefährlichen Bedingungen an den Hängen zu kapitulieren. Die Unglücklichen, die den Gefahren trotzen wollten, liegen nun im ewigen Schnee und Eis der Gletscher begraben, oder in den Spitälern von Skardu und Tokio. Der Berg war stark und liess sich nur von zwei Italienern von Norden her bezwingen. Die zwei bewältigten eine sehr schwere Aufstiegsroute, die abzusteigen sie sich nicht mehr getrauten. Also wählten sie von China aus kommend den Abstieg Richtung Pakistan. Ruhm und Ärger sind ihnen beidermassen gewiss, denn sie besitzen keine Bewilligung für pakistanisches Gebiet. Mal sehen, was noch auf die beiden zukommt...

Mittwoch 25. Juli

Die Tage vergehen, die letzten Tage und Wochen ziehen in unseren Köpfen immer wieder vorbei. Wir haben einiges erlebt, viel durchgemacht, immens gelernt. Vielleicht aber eines vorweg: wir haben uns entschieden, KEINEN Gipfelversuch mehr zu starten und die Expedition somit "zu beenden". Meine Leute waren müde und sehr gezeichnet von den letzten Wochen und Ereignissen. Nur ein Gast hatte noch Wille, Kraft und Motivation, den Gipfel noch zu erklimmen. Wir einigten uns darauf, dass wir es (er und ich), bei idealen Verhältnissen wagen wollen. Aber leider war uns der Wettergott auch in den letzten beiden Tagen nicht besser gesinnt und so kamen wir zu diesem logischen und sicher auch vernünftigen Entscheid.

Wir machen uns nun auf die Rückreise. Wir werden aber trotzdem erst in 10 Tagen zurück in die Schweiz fliegen. Es lohnt sich nicht, den Flug, etc. um zwei oder drei Tage zu verschieben. Dafür ist der Aufwand zu gross. So haben wir nun genügend Zeit für die "Rückreise" und um die nötigen Dinge zu planen und zu erledigen.

Leider haben wir keinen Gipfel gesehen, dieses Mal. Aber die Gesetze an diesen Bergen, in diesem Gebiet, in dieser Höhe, sind eben anders als bei uns. Eventualitäten treffen ein, die man sich nie erdachte, Verhältnisse ändern sich, das Schicksal schlägt zu. Alles geht schnell und teilweise sind einem die Hände gebunden. Aber wir sehen uns keinesfall als Verlierer. Wir haben immense Erfahrungen gemacht. Eine Rettungsaktion auf dieser Höhe, Zusammenspiel von verschiedenen Nationen und Expeditionen und vieles mehr. Ich denke, einiges wird uns erst in den folgenden Tagen bewusst...

Sonntag 22. Juli

Wir sind noch immer im Basislager und ruhen uns aus. Die Strapazen der letzten Tage haben uns sehr mitgenommen. Körperlich, aber auch psychisch hat das Erlebte seinen Teil beigetragen. Im Moment sieht es so aus, dass nur ein Gast noch die Kraft und die Motivation besitzt, einen weiteren Gipfelversuch zu wagen. Sofern es die Verhältnisse zulassen, werde ich ihn unterstützen und diesem Wunsch nachkommen. Wir sind uns aber einig, dass wir dies nur bei idealeren Verhältnissen machen werden. Im Moment sieht es hierfür noch nicht besonders gut aus. Abwarten.

Auch mich haben die letzten Tage ziemlich "gebraucht". Das ist wohl normal. Die Expedition war voller Erlebnisse, die auch für mich neue Gegebenheiten darstellten. Es waren harte Tage was die Rettungsaktion der Verletzten betrifft. Die Abgeschiedenheit, die extreme Höhe, teils schlecht ausgebildete Leute und wenig Ausrüstung.

Mal schauen, wie es weiter geht. Ich hoffe zu Hause läuft alles nach Plan. In gut zwei Wochen sind wir auch wieder auf Walliser Boden. Irgendwie freue ich mich darauf...

Die letzten Tage waren sehr intensiv, überschattet von diesem tragischen Erreignis rund um die Gruppe aus Deutschland. Hier ein kurzer Situationsbericht der letzten Tage, kurz zusammengefasst:

Mittwoch (18. Juli)

Unsere Gruppe steigt gemeinsam vom Lager 1 ins Lager 2. Es hat etwas Neuschnee, im Lg1 ca. 5 cm. Je höher wir steigen umso mehr Neuschnee liegt auf der Altschneedecke. 200 m unterhalb vom LG2 beginnt ein 40–60 Grad steiler Hang, den man aufsteigen muss um das Lager 2 zu erreichen. Ich gehe mit den stärksten Teilnehmern der Expedition voraus und wir spuren gemeinsam durch den Hang. Ich beurteile laufend die Lawinensituation, habe aber keine Bedenken, da schon viel Schnee spontan abgerutscht ist. Die Fixseile sind tw. zugeschneit und wir steigen ohne Seile auf, da das Gelände nicht sehr schwierig ist. Allen ist wohl dabei. Der letzte Hang vor dem Lager 2 beschert mir ein mulmiges Gefühl. Ich weise meine Leute an, das Fixseil einzuhängen und vorsichtig zu sein. Ich habe nicht Angst vor einer gr. Lawine, sondern nur vor kleinen Schneebrettern die jemanden mitreissen könnten. Das Fixseil bringt die nötige Sicherheit und wir erreichen alle das Lg2 auf 6500 m.
Wir sitzen im Lg2 und kochen Tee. Über uns steigt eine Gruppe Richtung Lg3 auf. Sie verweilen lange an der gleichen Stelle, suchen wohl ein Fixseil. Plötzlich reisst ein Schneebrett die Gruppe in die Tiefe. Sie werden rund 300 Hm von der Lawine mitgerissen und bleiben auf der Höhe von Lg2 auf einem Podest liegen. Wir machen sofort Schaufeln, Apotheken und Rettungsmaterial bereit und gehen, so schnell wie es die Höhe erlaubt, auf den Lawinenkegel. Innert kurzem orten wir 3 Patienten. Wir wissen nicht wieviele mitgerissen worden sind. Die Patienten werden med. versorgt. Die Mittel sind sehr eingeschränkt. Wir basteln Bahren aus Zelten und Seilen und tragen die 3 Verletzten zum Lg2. Wir finden heraus, dass noch eine Person fehlt. Ich weise einen Suchtrupp an noch einmal zu starten und die Lawine ein zweites Mal abzusuchen. Sie finden jedoch nur noch Material. Die vermisste Person ist wohl tiefer mitgerissen worden. Hier ist das Gelände derartig steil, dass der Bergsteiger wohl weitere 300 Hm mitgerissen worden ist. Keine Chance ihn zu finden und zu bergen.
Die zusammengewürfelte Rettungsmannschaft aus der Schweiz, Deutschland, Spanien, USA, Australien, Tschechien und Neuseeland lässt sich plötzlich ganz gut führen und funktioniert gut. Es wird ein Helilandeplatz gebaut, die Patienten werden von unserem Arzt versorgt und anschliessend zum Heliplatz abgeseilt. Ein deutscher Patient erliegt seinen schweren Verletzungen beim Transport. Die Helis der pakistanische Armee versuchen zu landen. Bei dieser Höhe kein einfaches Unterfangen. Sie wollen eine Rettung per Longline versuchen. Alles ohne Erfolg. Es wird eine Bahre aus dem Heli geworfen und die Helis fliegen ohne Patienten zurück nach Skardu. Wir müssen die Patienten in Zelte schaffen und für eine Übernachtug auf 6500m vorbereiten. Die deutschen Kammeraden machen Nachtwache.

Donnerstag (19. Juli)

Um 04.00 stehen wir auf. Die Patienten sind noch am Leben. Einer kann selber laufen. Wir machen Teams. Das Eine bringt die Leiche des verstorbenen Patienten ins Lager 1. Wir bilden zusammen mit den deutschen Alpinisten ein Team um den schwer verletzten Japaner nach unten zu bringen. Wir basteln eine Bahre aus Schlafsäcken und Liegematten und seilen den Patienten über die 200 m hohe Schnee- und Eisflanke zu der abgeworfenen Bahre der Armee ab. Hier wechseln wir den Patienten auf die Barhe und steigen bis auf das Plateau vom Lg1, auf 5900 ab. Das Team funktioniert gut und wir erreichen um 09.30 den abgemachten Heliplatz. Die Helis kommen auch nach 4 Stunden immer noch nicht und es sieht auch nicht danach aus, dass heute noch geflogen werden kann. Geld? Wir ziehen wie Schlittenhunde den Patienten über die weite Gletscherfläche zum Lg1.
Unser japanischer Patient wird in einem Zelt einquartiert. Wir bestatten den verstorbenen deutschen Bergsteiger, auf Wunsch seiner informierten Familie in einer Gletscherspalte. Nepalesische Träger bringen die angefordeten Medikamente vom BC ins Lg1 (4 h). Unser Arzt verabreicht dem Patienten Infusionen und Medikamente. Wir wechseln uns während der Nacht ab und machen einen durchgehenden Wachdienst.
Heute Freitag wäre eigentlich unser Gipfeltag gewesen. Wir haben andere Sorgen. Die Gipfel ist unwichtig geworden. Um 06.30 kommen 2 Helis der Armee von Skardu. Sie holen beide Patienten im Lager 1 auf 5900 m ab und fliegen sie ins Spital nach Skardu. Wir steigen ins BC ab. Unsere Truppe ist wohlauf, aber wir sind geschafft und gekennzeichnet von den letzten Tagen. Wir bleiben heute und morgen sicher einmal im BC, dann sehen wir weiter.

Mittwoch 18. Juli - Aktuell!!!

Wir melden uns aus aktuellem Anlass. Michi hat sich heute kurz per Satellitentelefon gemeldet. Es gab einen Lawinenniedergang mit Toten und Verletzten anderer Expeditionsgruppen. Beide Gruppen von Kari Kobler waren nicht betroffen. Michi und einige der Expeditionsteilnehmer sind nun dabei, die Rettung voranzutreiben und suchen nach weiteren Verschütteten. Sobald wir mehr wissen und/oder Michi sich wieder meldet, werden wir weiter informieren. Nach beendeter Rettung wird die Gruppe um Michi wieder in BC absteigen und dann entscheiden, wie es weiter gehen soll. Aber nochmals: Unseren Leuten ist nichts passiert!!!

Montag 16. Juli

Es hat drei Tage lang geschneit, wir konnten nichts unternehmen. Lesen, Karten spielen, an zu Hause denken. Zwischendrin auch mal einige Zelte versetzen, da die Sonne sehr intensiv ist und die Gletscher ja bekanntlich von Natur aus in Bewegung sind. Die Expedition war somit unterbrochen, aber unsere Chance wird noch kommen, den Gipfel zu bezwingen. Die Gruppe um Bruno (ebenfalls eine Expeditionsgsgruppe von Kari Kobler), die den Gipfelversuch abbrechen musste, war zwar sehr enttäuscht, aber doch glücklich, dass alle wohlbehalten wieder im Base Camp angekommen sind. Sind schilderten uns die Erlebnisse, ihre Eindrücke. Meine Gruppe hörte aufmerksam zu, in Gedanken vielleicht schon selber auf den letzen paar Hundert Metern unter dem Gipfel. Die Truppe ist körperlich immer noch relativ gut beisammen, die Kräfte sind da, die Batterien konnten in den drei Tagen sogar teilweise wieder ein wenig aufgeladen werden. Wie es aussieht, können wir den Gipfelversuch vielleicht am Freitag wagen. Ansonsten werden wir dann wieder ins BC absteigen müssen. Wird das Wetter mitspielen? Wir alle hoffen es.

In Gedanken waren wir aber meistens bei unser Kollegin Diana. Was sie im Moment durchmacht, das ist eine unmenschliche Qual, unbeschreiblich. Heute morgen endlich die "gute" Nachricht - der Helikopter ist gestartet und holt Diana vom Berg. Die Rückreise ist vorbereitet. Die ganze Gruppe wünscht ihr alles Gute und viel Kraft für die nächsten Tage.

Freitag 13. Juli

Die Nacht war in der ersten Hälfte nicht sehr erholsam. Der Boden  unter mir war uneben, das Zelt zu kurz für meine Länge und die Luft auf  6500 M.ü.M. ist zwar noch ein bisschen frischer als im Tal aber doch nicht  unbedingt besser. Ab 24.00 Uhr konnte ich dann doch ziemlich gut schlafen. So ging es wohl allen. Am Morgen gegen 4.00 Uhr stehen wir auf und machen uns direkt an den Abstieg.  Das Wetter wird zunehmend schlechter. Die andere Gruppe von Kari  versucht heute den Gipfel zu besteigen. Die Gruppe steht aber unter  einem schlechten Stern. Ich  habe Funkkontakt mit Bruno, dem Leiter  der Expedition. Um 07.00 Uhr ist der gesamte Berg bereits in Wolken gehüllt und der Wind nimmt zu, es seht schlecht aus. Bruno kontaktiert mich erneut, die Probleme der Gruppe häufen sich. Einer der Träger hat kalte  Füsse und kann sich nicht mehr richtig bewegen. Bruno ruft seine  Gruppe zur Umkehr auf. Alle steigen ab. Einige waren bis zu 300 Meter  unter den Gipfel vorgestossen. Die Umkehr fällt hier sehr schwer,  erweist sich aber als richtige Entscheidung - wenn man alle Expeditionsteilnehmer  gesund ins BC zurück führen will. Auch wir steigen bei sehr diffusem Licht ins BC ab.

Nun ein Thema, über welches ich nicht gerne schreibe. Es ist tragisch und traurig. Das Drama um die Rekruten am Jungfrau holt uns ein. Die Nachricht vom Tod von Dianas Sohn Carlo erreicht uns. Die gesamte Expedition ist getroffen. Ich organisiere zusammen mit der Schweizer Botschaft, der Armee und unserem Büro in Bern die Rückreise von Diana. Zu allem Unglück ist das Wetter so schlecht, dass sie nicht ausgeflogen werden kann – es schneit und für die nächsten 2 Tage sieht es nicht besser aus... Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten. Was hier passiert ist tragisch, unfassbar. Wir versuchen Diana so gut es geht zu helfen... Kann man das? Ich hoffe ganz fest, dass das Wetter so rasch wie möglich den Abtransport von ihr zulässt und sie nach Hause zu ihrer Familie kann.

Donnerstag 12. Juli

04.00 Uhr Tagwache im Lager 1. Eine Stunde später gehen wir über eine gewaltige Gletscherfläche an den Fuss des Gasherbrum II. Die Spalten sind zum Häuser versenken geeignet. Nach einer halben Stunde beginnt die Steigung. Anfangs steigen wir noch eine weitere halbe Stunde über 30-35 Grad steile Hänge bis zu den ersten Fixseilen, die die Träger der anderen Kobler-Expedition gelegt haben. Von nun an muss jeder für sich aufsteigen. Ich gebe noch Tips, kann abere sonst nicht mehr viel für meine Leute tun. Je höher man steigt, umso gewaltiger wird die Aussicht auf den südl. Gasherbrum Gletscher und den Abruzzigletscher, auf dem unser BC in weiter Ferne sichtbar wird. Nach ca. 3 h entscheiden sich 3 Teilnehmer der Expedition zur Umkehr. Sie sind zu langsam und sind sich nicht sicher ob sie das Lg2 erreichen können. Ich bin zu diesem Zeitpunkt schon 100–200 Höhenmeter weiter oben. Die Hänge sind steil 40–60 Grad. Es herrschen aber gute Schneebedingungen und die Lawinengefahr stellt kein Risiko dar.

Nach 6 Stunden erreichen wir ein Podest auf 6500 Metern. Hier stellen die Hochträger die Zelte auf. Wir schmelzen Schnee und helfen ihnen beim Aufstellen der Zelte. Wir zu fünft im Lg2. Die anderen 3 sind ins Lg1 abgestiegen. Die gewaltige Aussicht und die wundervolle Abendstimmung sind die grossen Momente, die den müden Körper wieder erheitern.

Mittwoch 11. Juli

So weit so gut... Das Wetter hat sich einigermassen erholt. Die Prognosen waren um einiges schlechter. Zudem können wir wohl von Glück reden, dass wir die Expedition nicht zwei Wochen früher angesetzt haben. Jene Gruppen, die dann gestartet sind, werden es zeitlich wohl eher nicht mehr schaffen, den Gipfel zu erreichen. Das ist schade, jeder kommt mit dem grossen Ziel, des Gipfelerfolgs. Man hat viel investiert: Schweiss, Geld und auch Zeit, um sich seinen Traum zu erfüllen. Wenn dann die körperliche Verfassung auf dieser Höhe immer noch stimmt, man sich in guter Verfassung befindet aber das Wetter einem einen Strich durch die Rechnung macht, ist es natürlich doppelt hart. Aber wie beliebt unser Freund Diego Wellig für gewöhnlich zu sagen: "Das Leben in den Bergen ist hart - aber gerecht."

Wie ich gehört habe, soll es bei uns bald wärmer sein als im Wallis... Ich habe nicht lange Zeit, deshalb hier vielleicht in Kürze unser Plan für die nächsten Tage: Diese Nacht noch steigen wir erneut auf ins Lager 1 und dann morgen direkt weiter ins Lager 2 auf 6540 m.ü.M. Wenn alles klappt, versuchen wir Übermorgen, ins Lager 3 auf 3600 m.ü.M aufzusteigen. Dabei nehmen wir dann direkt alle Zelte und Material aus Lager 2 mit, damit wir dann am nächsten Tag den direkten Aufstieg von Lager 1 ins Lager 3 machen können. Die 1000 Höhenmeter sollten wir nun vertragen. Soweit der Plan. Wenn wir das alles schaffen und die Höhe niemandem arg zu schaffen macht, können wir nach etwa 2-3 Tagen den ersten Gipfelversuch wagen... Let's get to the Top! Aber auch wenn wir noch ein paar Verzögerungen drinhaben, es sieht im Moment gar nicht schlecht aus, zeitlich zumindest. Auch Material und Verpflegung haben wir eigentlich noch zur Genüge, da haben wir bisher sehr gut kalkuliert. Auch das ist sehr wichtig... Wenn man sich seine Gourmet-Menus auf 6000 Metern über Meer zusammenstellt. Fertig-Pasta mit Zwieback, Mayonnaise mit Trockenfrüchten oder einfach nur ein bischen Schokolade oder ein Powerriegel... Hört sich gar nicht schlecht an, oder...:-)

Ich werde demzufolge erst am Samstagabend wieder berichten können. Das Satellitenmaterial bleibt im Base Camp, um für allfällige Notfälle gerüstet zu sein. Gasherbrum 2, wir kommen....!

Montag 9. Juli

Nach fast 45 Stunden zu zweit auf vier Quadratmetern ging es heute nun endlich weiter. Morgens um 02.00 Uhr machten wir uns bei rund minus 20 Grad auf den Weg zurück ins Basislager. Wir mussten viele Spuren (Seracs) neu legen, da vieles nicht mehr aufzufinden, resp. abgebrochen war. Nun geht es darum den Aufstieg ins Lager 2 vorzubereiten. Meine Teilnehmer sind immer noch wohlauf. Beim Aufstieg hatten wir kleine Probleme mit einem Teilnehmer, der auf Grund eines starken Durchfalls dehydriert und sehr geschwächt war. Aber die Kollegen unterstützten ihn, trugen teilweise seinen Rucksack und so schaffte er es. Mittlerweile hat er sich wieder soweit erholt und macht einen guten Eindruck – die Pause hatte also auch ihre guten Seiten.

Persönlich fühle ich mich sehr fit, das ist wichtig und so kann ich auch entsprechende Ruhe auf die Gruppe ausstrahlen und die nötigen Vorbereitungen treffen. Sobald wir uns auf den Weg ins Lager 2 machen melde ich mich wieder.

Die Tage im Lager 1 haben gezeigt, was im Bergsteigen auch noch wichtig ist: "Das Umgehen mit dem Nichts tun...". Neben dem Wetter und den Verhältnissen wird die persönliche Einstellung immer wichtiger. Es wird sich zeigen, wer nicht nur körperlich fit ist sondern auch seine "psychischen" Qualitäten ausspielen kann...

Samstag 7. Juli

07.07.07... Während heute in der Schweiz wohl jeder zweite zu einer Hochzeit eingeladen ist, haben wir vor einigen Stunden das Lager 1 definitiv erreicht. Alle haben es bis hierher geschafft und sind wohlauf. Das Lager liegt auf 5900 m.ü.M. auf dem südlichen Gasherbrum Gletscher. Nun heisst es mal abwarten. Wir richten uns ein. Nach kurzer Akklimatisierung und Routenbesichtigung, wollen wir eigentlich so rasch wie möglich wieder ins Basislager und den Aufstieg bis ins Lager 2 vorbereiten. Wie es aussieht, werden wir aber hier wohl ein paar Stunden festsitzen. Das Wetter lässt böses vermuten. Mal lüege... Wir haben die Zelte aufgeschlagen, diese liefern rund 2 auf 2 Meter pro Zelt für zwei Personen. Man kommt sich also nahe... Ich liege mit Walo im Zelt. Er hat im Juni bereits den Muztagh Ata bezwungen, welchen ich auch bereits besteigen durfte. So haben wir Gesprächsthema für den Moment. Plaudern, Jassen, Kochen, das sind die Aktivitäten im Moment. Gekocht wird übrigens immer pro Zelt, also wir beide kochen für uns, was wir wollen...

Ich habe herausgefunden, dass vor uns noch zwei Expeditionen auf dem Weg zum Gipfel sind. Aber das Wetter macht ihnen wohl einen Strich durch die Rechnung. Beide Gruppen sind bereits seit einigen Wochen unterwegs und haben es noch nicht über das Lager 2 geschafft. Spuren verschwinden immer wieder, Fixseile müssen mehrmals eingerichtet werden, etc. Langsam aber sicher läuft Ihnen die Zeit davon. Ein kleiner Blick aus dem Zelt verrät mir, dass es mittlerweile richtig heftig schneit. Ehrlich gesagt, mache mir schon ein paar Gedanken, wie lange wir hier nun ausharren müssen... Solche Situationen nagen an der Psyche. Geduld und Ruhe sind gefragt, Nerven behalten. Tugenden, die nicht immer einfach zu befolgen sind.

Im Basislager ist in diesen Tagen eine Frau aus einer Trekking-Gruppe gestorben. Es war ein natürlicher Tod, wohl eine Hirnblutung. Der leblose Körper der Frau wurde ausgeflogen, die Gruppe macht weiter. Das sind Sachen, die hier passieren können, trotzdem sind es immer wieder Momente, die einen in sich kehren lassen und die man nicht sucht und über welche eigentlich auch kaum gesprochen wird.

Ich liege neben Walo in meinem Zelt. In solchen ruhigen Stunden denkt man an allerlei Dinge. Wie geht es meiner Freundin, Jenny? Was macht die Familie? Hat man die Kletterrouten am Grad auf der Belalp zu Ende gebohrt? Läuft wohl alles für die Natischer-Grenzumschreitung am 11. August mit der Rettungsstation? Viele Fragen und nur wenig Antworten....:-)

Also, ich "geniesse" nun noch ein paar weitere Stunden der Ruhe auf 5900 m.ü.M. und melde mich diese Tage wieder, hoffentlich aus dem Basislager. Grüess

Donnerstag 5. Juli

Tagwache um 02.30 Uhr. Wir machen uns auf vom BC zum Lager 1. Wir gehen über einen zerschrundenen Gletscher mit mehr Spalten und Seracs, als dass ich je in meinem Leben gesehen habe. Der Gletscher, der Mond, das Licht, es prägen sich Eindrücke bei mir ein, die ich in meinem Leben nie mehr vergessen werde - ich staune und laufe weiter. Wir kommen bis auf 5600 m.ü.M. Dort müssen wir das Material deponieren, weiter kommen wir heute nicht. Das heisst, ich will nicht. Denn ich erwarte bei Sonnenaufgang einen so enormen Temparaturanstieg, dass es zu gefährlich wäre. Der Schnee wird weich, die Spalten gefährlich und der weitere Aufstieg zur unnötigen Tortur. Wir deponieren das Material und steigen ab. Beim Abstieg überraschte uns dann eine Eislawine von Seite des G1 her. (7500 m.ü.M - 5200 m.ü.M) - für Minuten war alles nur noch undurchsichtiger Eisstaub.

Was mir ein wenig Kopfschmerzen bereitet ist die Tatsache, dass bereits seit 6 Tagen anscheinend niemand mehr am Berg war. Die Verhältnisse sind schwierig, das Wetter nicht unbedingt auf unserer Seite. Aber wir bleiben optimistisch und bereiten uns auf den nächsten Aufstieg ins Lager 1 vor – wo wir dann übernachten wollen.

Am Wochenende haben wir die Träger bezahlt, die uns dann verlassen haben. Lustiges Ereignis. Ein Zelt von ca. 6 auf 4 Metern mit einem Tisch und einem Stuhl. Ich auf dem Stuhl und vor mir ein Sack mit mehreren Tausend Rupees. "En Hennumärt" vom feinsten. Mehdi und ich berieten uns und gaben den Trägern den vereinbarten Lohn. Diese diskutierten dann lange Zeit mit Mehdi, ich verstand natürlich kein Wort. Plötzlich ein Gelächter, alle fielen sich in die Arme und schüttelten sich die Hände. Ende gut alles gut :-) Ich meinerseits gab dann den Trägern noch (ein übliches) Trinkgeld. Die Jungs hatten wirklich schwierige Verhältnisse und haben hart gearbeitet in den letzten Wochen!

Das ist eigentlich das tolle an der Expedition. Der Berg ist das Eine - aber solche Erlebnisse, das Organisatorische, etc. machen eine Expedition zu einem richtigen Abenteuer. Stellt euch vor: Eine Teilnhemer gab aus Mitleid einem Träger einen Stock - Der Träger wurde nie mehr gesehen... Er machte sich aus dem Staub und verkaufte den Stock im nächsten Ort für ein paar Dollar.

Dienstag 3. Juli

Freunde -

Ich melde mich schon wieder... aber nur ganz kurz. Nach ein paar versch... Tagen mit Schnee und Regen sind wir im Basislager angekommen, auf 5100 m.ü.M. Es war wirklich nicht immer nur lustig im Dauerregen, aber jeder hat sich selber voll motiviert und so war es eigentlich nie ein Problem. Nun steigt die Spannung. Akklimatisieren auf 5100 m.ü.M., einrichten und langsam aber sicher schon den ersten Aufstieg zum Lager 1 planen. Das Abenteuer am Berg beginnt, das merkt man auch an der Stimmung der Leute. Das Knistern ist spürbar, die ehrfurchtsvollen Blicke zum Berg und die Entschlossenheit in den Augen aller sichtbar.

Nun wird auch die Höhe immer mehr zum Thema. Persönlich hatte ich ja bisher eigentlich nie Probleme mit der Höhe. Aber ich fühle mich diesmal so gut wie noch nie... Möchte nichts verschreien, aber man spürt seinen Körper, man hat die Erfahrung der letzten Expeditionen und das ergibt einen zuverlässigen Gradmesser. Ich hoffe nun, dass es anhält und ich diese Verfassung konservieren kann.

Viel anderes gibt es für den Moment eigentlich nicht zu berichten. Sobald es weitergeht geht, melde ich mich wieder. Einen lieben Gruss in Oberwallis auch von den anderen beiden Oberwalliser Teilnehmern Jeitzi und Diana. So, müess wieder eppis ga machu....:-)

Montag 2. Juli

Wir sind am Laufen... und wir laufen und laufen... und laufen. Alles Vorbereitung auf das eigentliche Abentuer am Berg. Wir steigen kontinuierlich, die Luft wird dünner, die Nächte kälter. Wir sind zwischen sieben und neun Stunden pro Tag unterwegs. Inzwischen haben wir das letzte Lager vor dem Base-Camp auf 4740 m.ü.M. erreicht. Die letzten 7 Stunden liefen wir im Regen... bähh, hüeru nässi!

Manchmal treffen wir auf andere Gruppen. Einige wenige, die ebenfalls auf einen hohen Berg wollen (Italienische Gruppe mit dem Ziel Broad Peak) oder dann eben Trekking-Gruppen. Die nehmen es aber etwas gemütlicher, marschieren maximal 5 Stunden täglich. Wir sind auf dem bekannten Baltoro-Gletscher. Ein Riesengletscher, teilweise 5 km breit. Hier hat es übrigens auch einen Konkordia-Platz... Natürlich nieeee so schön wieder unsere :-) - aber auch sehr eindrücklich. Hier laufen 14 Gletscher zusammen, viele kleine, aber auch Riesengletscher wie der Upper Baltoro und der Godwin Austin Glacier. Das Laufen ist an und für sich sehr eintönig, aber die Bilder und immer neuen Berge die wir zu sehen bekommen, entschädigen für viel. Die Kameras werden immer wieder ausgepackt, tolle Pics gemacht, die man dann zu Hause den Kollegen und Familie zeigen kann. Broad Peak, Twingo Towers, Gasherbrum 4... Eindrückliche Bilder und so entstehen auch Diskussionen in der Gruppe, welcher Berg nun ästhetisch top sein soll oder welcher eine weitere Expedition wert wäre. Die Meinungen gehen auseinander, das ist gut so und verkürzt uns die Zeit.

Ich denke, morgen, spätestens am Mittwoch haben wir das Basislager erreicht. Dann werden uns auch die Träger verlassen. Nur zwei Höhenträger bleiben dann mit uns. Die Träger, alles nette Burschen... Wisst ihr eigentlich, dass man jeden Morgen wieder die Packung eines jeden Trägers wiegen muss, damit er genau 25 kg trägt? Gestern habe ich zusammen mit 2 Trägern zwei junge Ziegen erlegt. Wir brauchen Nahrung und die sinnvollste ist jene, die lange selber läuft. Mit Messer und Beil... Das sind Eindrücke, die einem bleiben, aber Sachen, die es eben braucht.

Der Berg rückt immer näher. Ich freue mich darauf. Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass wir unser Ziel erreichen. Sicher, es gibt immer Dinge, die wir nicht oder nur schwer beeinflussen können. Aber wir sind optimistisch.

Und zu Hause, alles in Ordnung...?

Freitag 29. Juni

Abenteurliche Fahrten mit dem Jeep liegen hinter uns. Wir fuhren von Skardu nach Askole. Madonna, teilweise unglaubliche Schluchten die wir überquert haben, ausgesetzte Strassen die wir befahren haben. Manchmal war es einfach besser, nicht zu überlegen, wie wir genau das nächste Teilstück erreichen werden... Zweimal mussten wir aussteigen und einen Teil laufen, weil Schlammlawinen die ganze Strasse begruben. Die Träger brachten das Material und wir gingen voraus. Einmal hatten wir ein wenig Glück, die Schlammlawine überrollte die Strasse genau 5 Meter vor unserem fahrenden Jeep.

Aber Glück gehört wohl einfach dazu. Wir wollen uns einen Traum erfüllen, einen 8000er besteigen. Dafür müssen wir einiges in Kauf nehmen, gut organisieren, planen, aber brauchen eben auch Glück. Aber es macht schon Spass, wir sind eine tolle Gruppe, motivieren einander gegenseitig. Alle sind wohlauf, dass ist wichtig. Jeder noch so kleine Virus oder "dr Schiesser" können eine ganze Gruppe befallen und so schon das grosse Ziel in Gefahr bringen. Wir brauchen unsere Kräfte. Zumal es nun dann zu Fuss weitergeht. Askole ist ein Dorf mit recht vielen Einwohnern. Hier ist ein bekannter Ausgangspunkt für Berg-Expeditionen. Letzte Vorbereitungen werden getroffen, bevor man sich dann wie gesagt zu Fuss auf den weiteren Weg macht.

Dienstag 26. Juni

Gestern waren wir 10 Stunden unterwegs, von Skilas nah Skardu. Die Landschaft? Unglaublich! Für die "Einheimischen Oberwalliser", in etwa so wie wenn man mit einem Bus den Wänden der Massaschlucht entlang fahren würde, einfach ein bischen höher - wirklich extrem ausgesetzt. Nun machen wir uns auf den Weg nach Askole, rund 6 Stunden über halsbrecherische Strassen. Von dort geht es dann endlich zu Fuss weiter - in 6 Tagen bis ins Basislager. An dieser Stelle möchte ich noch meinem 8. Expeditions-Teilnehmer "Walo" gratulieren. Er ist erst heute zu uns gestossen, aus einem ganz speziellem Grund: Er hat letzte Woche noch den Gipfel des Muztagh Ata erreicht... Bravo! Er war ebenfalls mit einem von Kari Koblers Expeditionsleitern unterwegs - zu Dritt waren sie schlussendlich auf dem Gipfel, den ich ja auch bereits einmal erklimmen durfte. Ein wunderschöner Berg.

Hier bei uns sind alle gesund und wohlauf. Aber bisher war's ja auch noch nicht so streng:-) Wir freuen uns auf die nächsten Tage. Das Fieber steigt, der Berg rückt näher, die Nächte werden kälter. Inmitten der weltberühmten Bergriesen werden wir in den nächsten Tagen von Lager zu Lager kontinuierlich an Höhenmeter gewinnen; die ideale Anpassung an die schwierigen Verhältnisse die uns am Berg mit Sicherheit erwarten werden.

Sonntag 24. Juni

Hallo Freunde.

Die ersten drei Tage der Reise sind schon vorbei. Im Moment sind vor allem noch einige organisatorische Sachen vor Ort in Islamabad zu klären, wie Anmeldungen, Lizenzen abholen, Gepäck ordnen, etc. Bisher sieht es gut aus, alles läuft nach Plan... Jedenfalls fast alles. Eine Ratte hatte den Mut, mir meinen Salametti wegzufressen... Es war dann auch ihr Letzter. Ansonsten konnten wir die angefallenen, kleinen Probleme lösen. So etwa ein erwartetes Packet, mit allem nötigen um dann im Basislager Strom erzeugen zu können. Leider war das Packet aber an Kari Kobler adressiert, nicht an mich. Die in dieser Beziehung sehr strengen Pakistanis wollten uns das Packet nicht aushändigen. Da brauchte es schon meinen ganzen Charme und vor allem die Hilfe unserer einheimischen Begleiter. Morgen geht es dann erstmals eine Station weiter, zwar in Bussen, den Karakorum-Highway entlang. Bis Dienstag sind wir somit noch motorisiert und schlafen in "Hotels". Danach treffen wir dann auf unsere Träger und die eigentliche Challenge beginnt. Rund 80 Träger warten auf uns. Ein Koch, ein staatlicher Licence Officer und unser Organisator Medy gehören jetzt schon zu unserem Team.

Ich grüsse euch alle recht herzlich und hoffe, ihr kriegt so einen kleinen Eindruck dieser Expedition - geteilte Abenteuer machen noch mehr Spass... bis bald!

Donnerstag 21. Juni

Es geht los! Heute starte ich mit meiner kleinen Gruppe von acht Bergsteigern in Zürich in Richtung Islamabad/Pakistan. Unser Ziel ist der Gasherbrum II (8035 m.ü.M.) im Karakorum-Gebirge. Schon nur die zweiwöchige Anreise bis ins Basislager ist ein fantastisches Abenteuer. Ich werde so viel als möglich von der Reise und der Besteigung dieses fantastischen Berges berichten. Die Berichte werden auf dieser Seite veröffentlicht. Zudem berichtet die Rhone Zeitung einmal in der Woche über unsere Erlebnisse in Pakistan. Ich hoffe, ihr schaut euch die Berichte an und begleitet mich und meine Gäste auf unserem Abenteuer. Übrigens habe ich zum ersten Mal auch eine Film-Kamera dabei. Wenn alles klappt, plane ich nach meiner Rückkehr eine tolle Präsentation der Expedition, also haltet euch das Datum auf anfangs August schon mal frei... Macht's gut und bis bald!